"Sarganserländer" vom 26.03.2010

Orchesterplausch im Altersheim   von Heinz I. Ackermann

Es ist Tradition, dass der Orchesterplausch Heiligkreuz jedes Frühjahr im Altersheim Mels auftritt. Zu diesem Stelldichein trafen sich die Pensionäre, die Angehörigen der Pensionäre und des Kinderchors.

Der Saal des Altersheims war rasch bis an den Rand gefüllt. Alle waren in froher Erwartung der Darbietungen der Kinder und Jugendlichen.
Der Orchesterplausch geht auf die Initiative des Heiligkreuzer Pfarrers Stephan Hässig vor über 35 Jahren zurück. Die Einzigartigkeit dieses Ensembles ist die Dualität: Jedes Mitglied spielt ein Musikinstrument und singt aber auch im Chor mit. Dies stellt hohe Ansprüche an die einzelnen Jugendlichen und die Leiter und Leiterinnen. Denn normalerweise spielt jemand ein Instrument oder singt, beides aber nicht.

Erster Auftritt für junges Trio

So starteten die "Pläuschler" in ihrer ersten Disziplin, dem Spiel mit den Instrumenten, unter der Leitung von Jasmin Good. Die Zuschauer sahen die verschiedenen Instrumente des Ensembles: Geige, Gitarre, Flöte, Xylophon, Trompete, Klarinette, Saxophon, Fagott, Keyboard, Klavier, Schlagzeug. Unter den Spielern waren alle Altersstufen von 9-jährig bis zu den Leiterinnen präsent. Auch der Gesamtleiter Andy Ackermann war hinter einem Klavier zu finden. Regula Schlegel stellte die Stücke vor: "Autumn Leaves", "Bright Eyes", "From a distance", und "La Montanara". Ein Höhepunkt war das "Pfeiferlied", in dem Fernando, Luca, Michelle und Wanja ihren ersten Publikumsauftritt bestreiten durften. Sie lösten ihre nicht einfache Aufgabe bravourös.
In der zweiten Runde des Orchesters übernahm Barbara Kümin die Leitung. Die Stücke wurden von Franziska Bernold angesagt. Und zwar gaben die Pläuschler "Hello Mary-Lou", "Hand in Hand", "Dschinghis Khan" und "Flashdance" zum Besten. Auch hier handelte es sich um gehörfällige Musik, die in grosser Konzentration vorgetragen wurde.
Der Applaus der dankbaren Zuhörer unterstrich, dass die Klänge bei Publikum bestens angekommen waren und brachte die Bewunderung ob des Könnens - besonders der Kleinsten - zum Ausdruck.
Nach dem Orchesterteil wurden die Musikständer und die Instrumente in Windeseile aus dem Raum geschafft. Und schon standen die Pläuschler in Gesangsformation wieder vor den Gästen im Altersheim.
In der zweiten Disziplin, dem Gesang, wurden "Vois sur ton chemin" und das Liebeslied "Wenn alle Brünnlein fliessen" vorgetragen.

Singen als Ausweg

"Vois sur ton chemin" ist ein Stück aus dem Film "Die Kinder des Monsieur Mathieu". Der Film handelt von einer Anstalt mit schwererziehbaren Buben. Diese wurden von den Aufsehern und dem Direktor sehr hart und schlecht behandelt. Erst ein neuer Lehrer - Monsieur Mathieu - konnte eine Änderung herbeibringen: Er motivierte die Jungen zum Singen. Dieses Singen wurde von der Leitung anfangs nicht toleriert und musste "im Untergrund" und heimlich stattfinden. Im Laufe des Films konnte miterlebt werden, wie Gesang sich positiv auf diese jungen Menschen ausgewirkt hatte. Die erste Strophe von "Vois sur ton chemin" kann so übersetzt werden: "Siehst du auf deinem Weg Kinder, vergessen und herumirrend, reiche ihnen die Hand, um sie in einen anderen Morgen zu führen."
Die Zuhörer belohnten die Sänger mit grossem Applaus. Gerne kommen die Pläuschler auch künftig wieder ins Altersheim, wie sie im Anschluss verrieten. Das Publikum sei grossartig gewesen.